Workingtest A „uff de Kutt“ am 16.05.2026 – aus Helfersicht

Wenn man als Helfer bei einem WT dabei sein darf,

ist die Sicht natürlich eine ganz andere. Gut, man sieht nur den einen Teil des WTs, aber dafür eben alle Hunde im Vergleich. Und ich sag euch: das ist wirklich spannend.

Ich durfte Barbara Reppermund als Schreiberling durch den Tag begleiten. Barbara hatte sich zwei tolle Aufgaben überlegt, die nahtlos ineinander übergingen. Gestartet wurde neben dem See. Im Fuß ging es ein kleines Stück neben dem See den Weg hinauf. Auf Barbaras Anweisung wurde gestoppt und anschließend fiel auf der anderen Seite vom Zulaufbach ein Schuss. Mehr passierte erstmal nicht. Im Prinzip also wie auf einer Entenjagd, wo nochmal ein Schuss fällt, aber nichts getroffen wurde. Anschließend ging es weiter im Fuß (parallel zum Zulaufbach) ein Stück weiter den Weg hoch. Bei einer orangenen Markierung wurde sich um
90 Grad nach links gedreht und Hund und Hundeführer schauten nun direkt vor sich in das Suchengebiet (allerdings auf der anderen Seite vom Bach), von wo aus zuvor auch der Schuss kam. Barbara erklärte dem Hundeführer nochmal genau, wo das Suchengebiet war.


Blick ins Suchengelände (Foto: Bernhard Keßler)

Es lagen dort 3 Dummies, von denen der Hund 2 bringen sollte. Damit wäre die 1. Aufgabe dann auch schon erledigt. Wie schon geschrieben, ging es dann aber direkt weiter mit Aufgabe 2. Der Hund wurde also nicht angeleint und es ging im Fuß wieder den Weg zurück an den See. Auf der gegenüberliegenden Seite des Sees fiel ein Schuss. Das Dummy flog von dieser Seite des Sees auf die gegenüberliegende Seite (mal bis an das Ufer, mal an die Uferkante. Hut ab vor unserem Helfer an dieser Stelle für diese grandiose Wurfleistung!).


Werfer im Einsatz (Foto: Bernhard Keßler)

Nach Freigabe durfte der Hund das Dummy apportieren und sollte optimalerweise durch den See zurückkommen. Als der Hund auf dem Rückweg war, wurde ein Dummy an genau dieselbe Stelle des 1. Dummies nachgelegt. Hatte der Hund das 1. Dummy abgegeben und saß wieder neben seinem Hundeführer, wurde das nachgelegte Dummy beschossen und der Hund durfte anschließend eigenständig geschickt werden. Zurück wieder durch den See, Abgabe, anleinen und geschafft.

Ausgabe am Wasser (Foto: Bernhard Keßler)

Insgesamt sind an diesem Tag 44 Teams an den Start gegangen. Wir sind gegen 9.00 Uhr mit dem 1. Team gestartet und waren gegen 18.00 Uhr mit dem letzten Team durch. Ja! Volle 9 Stunden und das wirklich komplett ohne Pause. Barbara hat zwischendurch ganz kurz eine halbe Tasse Kaffee getrunken und das war es. Ich bin wirklich sehr beeindruckt von Barbaras Leistung, die wirklich jedem einzelnen Teilnehmer mit einer Engelsgeduld im Detail die Aufgabe erklärt und jede Frage ganz geduldig beantwortet hat. Da muss man morgens schon eine echt gute Portion Sabbelwasser getrunken haben, um das durchzustehen. Wirklich Respekt!!!

Und nun zu meinen Beobachtungen. Zunächst mal ein großes Lob an alle Hunde: nicht ein Hund ist eingesprungen. Und alle Arbeitslinien saßen zitternd vor Anspannung am See! Das fand ich wirklich krass. Die Fußarbeit war durchwachsen. Wie sagte Barbara immer: „Die Fußarbeit ist das A und O - die absolute Basis für alles!“. Nun ja, man darf nicht vergessen, dass die Situation für die Hunde auch wirklich herausfordernd war: es fielen Schüsse, das Wasser ist zum Greifen nah, die Hundeführer sind häufig angespannt, das lange Warten nervt den einen oder anderen mit Sicherheit,… da kommt für die Hunde wirklich eine Menge zusammen. Trotzdem sollte ein „Fuß“ ein klares „Fuß“ sein. Und jetzt kommt auch die wunderbare Position des Helfers durch: es ist etwas völlig anderes, ob du Beobachter oder Starter bist. Als Starter weiß ich, dass wir auch kein perfektes Fuß abgeliefert hätten. Aber als Beobachter kann man wirklich klar sagen: Übt das weiter und bleibt dran. Es ist so wichtig.

Was ist mir bei der Suche aufgefallen? Sehr spannend und sehr deutlich zu sehen, dass Hunde nun mal anders suchen als wir Menschen. Für uns Menschen waren die Dummies auf der anderen Seite des Bachs (lag niedriger) deutlich zu sehen. Für die Hunde nicht. Die sind zum Teil quasi über die Dummies drüber gelaufen, weil sie ihren Duft nicht in die Nase bekommen haben. Auch spannend: es gab einige Hunde, die auf dem Rückweg über ein weiteres Dummy „gestolpert“ sind. Aber es waren tatsächlich weniger, die dann beim 2. Schicken genau dieses Dummy dann mitgebracht haben, über das sie gestolpert waren. Wieder vergessen? Zu viel Spaß am Suchen? Als Verleitung abgestempelt, die nicht geholt werden darf? Man weiß einfach nicht, was da so in den Köpfen vorgeht, aber es wäre schon spannend zu wissen…

Am See war dann die große Herausforderung, die Hunde durch den See zurückzuholen. Da gab es doch ein paar, die den Weg über Land als angenehmer, schneller oder einfach besser eingestuft haben. Natürlich gab es leider auch die eine oder andere Null, da die Hunde das Wasser nicht angenommen haben (Der See ist dunkel. Das ist mit Sicherheit für manche Hunde echt gruselig.) oder das Dummy ausgespuckt haben. Ich glaube aber, dass jeder Teilnehmer, der Barbara gelauscht hat, ganz viel für sich mitnehmen konnte, wenn er wollte.

Was ist mir als besonders lustig in Erinnerung geblieben? Der Chesapeak, der mit so viel Karacho ins Wasser gesprungen ist, dass er richtig getaucht ist. Der hat uns alle ordentlich zum Lachen gebracht 😉.

Insgesamt war das ein wirklich langer Tag mit ganz, ganz viel zu sehen und zu lernen. 44 Teams sind eine Menge und 9 Stunden sind der Hammer. Für alle! Für die Hunde, die Hundeführer, die Helfer und die Richter. Aber aus meiner Perspektive hat es sich gelohnt. Es waren zwei tolle Aufgaben, die vielfältig und abwechslungsreich waren. Ja, sie haben den Hunden schon auch was abverlangt, aber es war machbar. Wohlverdient ging es dann zum Abschluss zurück zum Hengsthof, leckeren Flammkuchen essen!

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner! Eine wirklich starke Leistung!

1.000 Dank an

·       Sybille & Bernd Keßler für die super Sonderleitung.

·       Barbara Reppermund, Petra Beringer und Ursula Friedrich für Euer unglaubliches Durchhaltevermögen.

·       alle Helfer, die diesen Tag überhaupt möglich machen.

·       An den Hengsthof für die zur Verfügungstellung dieses abwechslungsreichen Fleckchens Erde und die Verköstigung.

Und auch, wenn ich abends wirklich müde von diesem Tag nach Hause gefahren bin, würde ich immer und immer wieder machen. Helfer sein, ist für mich wahnsinnig spannend und lehrreich. Ich kann echt nur empfehlen, Euch dafür zu melden!

Herzliche Grüße an Euch alle!

(Bericht: Lea Rakete)