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Bericht vom Schnupper-Workingtest „Uff de Kutt“

Bericht vom Schnupper-Workingtest „Uff de Kutt

Seit gut einem halben Jahr bin ich als Anwärter zum Ausbilder im DRC unterwegs und hatte u.a. auch den Schnupper-Workingtest „Uff de Kutt“ am 05. Mai in meinem Kalender fest eingetragen. Schon die Wettervorhersage wies auf einen ganz besonderen Tag hin. Ein blauer Himmel wie im Bilderbuch und eine stattliche Anzahl an Teams sollten den Tag zu einem großen Erlebnis werden lassen. Insgesamt waren 34 Teams gemeldet und 32 davon sind gestartet. Ein Starter musste leider wieder abbrechen und so konnten insgesamt 10 Golden, 11 Labbis, 6 Flats, 3 Toller und 1 Chessie durch die Aufgaben geführt werden.

Nach der Anfahrt aus Nah und Fern wurden alle Teams von der Sonderleiterin Natalie Keßler begrüßt, die Formalitäten und Abläufe geklärt und die Einteilung der Teilnehmer in drei Gruppen vorgenommen.  Die drei Richter, Petra Beringer, Achim Beringer und Jürgen Knaut, wurden vorgestellt und richteten ihrerseits ein paar Worte an die Mensch-Hunde-Teams. Immer wieder erstaunlich, wie doch jedes Team voller Spannung und Unsicherheit, aber auch mit viel Zuversicht in den Tag blickt. Es ist eben für jeden etwas Besonderes, mit einem in Fell gekleideten Familienmitglied Aufgaben durchzuführen und dabei bestmöglichst zu bestehen. Um ca. 09:00 Uhr ging es dann in die insgesamt sechs über den Tag verteilten Aufgaben. Jeder Richter führte mit den drei Gruppen jeweils zwei Aufgaben durch, die sehr interessant und abwechslungsreich gestaltet wurden.

Petra hatte sich eine Markierung als Aufgabe ausgedacht, die über Zweige und unübersichtliches Gelände im Wald in die außerhalb liegende Wiese geworfen wurde. Für die Hunde sicherlich sehr anspruchsvoll, geradlinig und ohne die natürliche Begrenzung Wald-Wiese das Dummy aufzunehmen und zurück zu bringen.

Als zweite Herausforderung wurde ein Dummy im Wald sichtbar für das Team auf einem Baumstumpf abgelegt und beschossen. Bei Rückkehr des Hundes mit dem Dummy wurde eine Verleitung geworfen, beschossen und anschließend abgearbeitet. Einige Hunde waren dadurch verunsichert und die Zusammenarbeit zwischen Hundeführer und Hund konnte dabei besonders beobachtet werden.

Jürgen hatte eine traditionelle, kleine Suche ausgewählt und dabei besonders darauf geachtet, dass der Hund schnell, ohne Umschweife und ohne zu tauschen zurückkommt. Hier wurde öfters diskutiert, ob beim wiederkehrenden Holen der Apportel der Hund wieder neu ausgerichtet werden soll oder ob er nach der Abgabe sofort wieder in die Suche geschickt werden soll. Die Antwort hieß nicht „entweder oder“, sondern „sowohl als auch“. Hängt also von der Situation und von der Triebigkeit des Hundes ab.

Zwei Einzelmarkierungen waren dann die zweite Aufgabe, die sich Jürgen ausgedacht hatte. Nach Abarbeiten der ersten Markierung auf einem ansteigenden Weg, gingen Team und Richter in Richtung der ersten Markierung und es fiel eine Zweite in einen abzweigenden Weg. Optimal war, den Hund gut auszurichten und ihn direkt zu schicken. Jürgen konnte den Hundeführern viele fachkompetente Erklärungen und Tipps geben, die allesamt gern und interessiert aufgenommen wurden.

Achim hatte in der ersten Aufgabe auch zwei Einzelmarkierungen mitgebracht, wo die Fußarbeit, das Nichteinspringen und die Aufmerksamkeit besonders gefordert wurden. So rollte das eine und andere Dummy den steilen Berg hinunter und musste aus einem nicht sichtbaren Bereich zurück gebracht werden.

Die zweite Herausforderung wurde auf einer Wiese durchgeführt. Zwei einzelne Markierungen ins Gras. Fußgehen, Sitzen, Schuß, Markierung, Apportieren und Abgeben, dann nach weiteren 10 m Gehen nochmal eine Markierung. Für den Hund nicht leicht, weil das Gras schon höher war, Schatten und Licht sich abwechselten und durch den böigen Wind sich das gesamte Umfeld bewegte.

Viele unterschiedliche Leistungsstände von Hund und Mensch konnten beobachtet werden und die Richter konnten in sehr wertschätzendem Umgang viele individuelle Empfehlungen geben. Der Lernerfolg aus dem Schnupper-Workingtest diente dazu, das Ziel bald oder in einem absehbaren Zeitraum eine Dummy A Prüfung in Angriff zu nehmen. Nach den sechs Aufgaben waren alle erschöpft, aber sehr zufrieden und zuversichtlich in die Zukunft blickend.

Beim gemeinsamen Abendessen in Oberkirch konnte jeder seine Erlebnisse mit den anderen Teilnehmern austauschen und zum Abschluss bekam jedes Team seine Urkunde über die gezeigte Leistung. Stolz, Genugtuung aber auch Ansporn waren in den Gesichter der Teilnehmer zu erkennen. Alle waren sich einig, dass es ein sehr befruchtender und interessanter Tag gewesen war, der noch lange nachwirken wird.

Als Anwärter sind die Erlebnisse und Erfahrungen aus solch einer Veranstaltung ungeheuer wertvoll, weil die Individualität von Hund und Mensch kein theoretisches Seminar ersetzen kann. „Uff de Kutt“ – Veranstaltungen haben  zwischenzeitlich Traditionsstatus erreicht und ich kann nur jedem empfehlen, diese jährlich stattfindenden Veranstaltungen mal zu „genießen“. Die vielen Helfer sind besonders zu erwähnen, die den ganzen Tag im Hintergrund zuverlässig und ausdauernd gearbeitet haben. Das gesamte Familienteam Keßler steht hinter diesem Event und sorgt dafür, dass die Teams den Tag begeistert in Erinnerung behalten.

Vielen Dank für einen unglaublich schönen Tag.

Jörg Haberstroh