Berichte

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APD/R A in Backnang am 30.03.2019

APD/R A in Backnang am 30.03.2019
Gesundheitsbedingt mit einem halben Jahr Verspätung, machte ich mich am 30.03.2019 zusammen mit meiner zweiundzwanzig Monate alten Labradorhündin Emma (CrossSearcher Bluebell), meinem Großen Münsterländer Bodo und meiner lieben Frau auf den Weg zur APD/R A nach Backnang. Als Pünktlickeitsneurotiker war ich natürlich am unpünktlichsten, nämlich eine Stunde zu früh. Wir nutzten die Zeit zu einem kleinen Spaziergang und ein paar Trainingsdummies. Da ich Dummie Newbie bin, hatte ich mich im Vorfeld ausgiebig erkundigt, was ich zu erwarten habe. Von „ziemlich einfach“ bis „ganz schön tricky“ hatte ich alles gehört, was nicht gerade zu meiner inneren Ruhe beitrug. Aber natürlich versuchte ich trotzdem tiefste Gelassenheit auszustrahlen. 

Nach und nach trudelten die anderen Starter sowie Sonderleitung und Richter ein. Neben den Labradors sah man auch Golden Retriever, einen Flat Coated und zwei Chesapeake-Bay Retriever. Die letzteren interessierten mich besonders. Ich hatte vorher noch nie welche arbeiten gesehen. Das Geschlechterverhältnis der Führer war überraschenderweise ausgewogen. Bisher war ich mir unter den Retriever führenden Damen manchmal ziemlich alleine vorgekommen. Insgesamt zeigte sich im Laufe des Tages, dass es eine wirklich angenehme Runde war. Lauter nette Leute, von denen ich hoffe, den einen oder anderen mal wieder zu treffen. Die Sonderleiterin Petra Weißhaar und der Prüfungsleiter Detlef Henrich schafften über den ganzen Tag mit ihrer ruhigen, freundlichen und lockeren Art eine angenehme Atmosphäre. 

Dreizehn Hunde waren am Start, ich zog die Startnummer elf, womit ich nicht soo zufrieden war aber immerhin – es hätte ja noch zweimal schlechter kommen können. Der jeweilige Arbeitsbereich war von der Wartezone nicht einsehbar, sodass ich über die anderen Hunde nicht viel sagen kann. Lediglich auf Emmas Schwester Hailey, die direkt vor uns startete, konnte ich ab und zu einen Blick erhaschen.

Zuerst kam die Suche. Das Suchengebiet war ein schön abgegrenztes Waldstück am Hang. Emma ist ein Nasenhund und ruckzuck waren vier Dummies bei mir, was Detlef Henrich genügte. Da er nichts zu bemängeln hatte, hoffte ich auf eine gute Wertung. Also wieder in die Wartezone, wo mein tiefenentspannter Münsterländer über den ganzen Tag eine beruhigende Wirkung auf Emma hatte.

Dann kam die Einzelmarkierung. Emma startete mit tiefem Bodeneingriff und fliegendem Gras und Dreck, markierte punktgenau, pickte und kam zurückgeflogen. „Besser geht`s nicht“ war der richterliche Kommentar. Das lief ja.

Die anschließende Appellübung schien nicht für alle optimal zu laufen. Zwischendurch fiel auch mal nur ein Schuss, was nichts Gutes verhieß. Der Werfer stand im Tal am Waldrand und der Walk ging den Hang hinauf vom Werfer weg. Emma ging sauber

Fuß, markierte beim ersten Schuss, lief wieder ordentlich mit, ließ sich nach dem zweiten Schuss sauber ausrichten und startete mit dem gewohnten Elan. Im Tal kam sie einen Meter neben dem Dummie an, allerdings im Wind, der sie herumriss, picken und flugs zurück. „Es macht Spaß Euch zuzuschauen“ hörte ich. Bisher konnten wir also sehr zufrieden sein.

Die anschließende Pause nutzten wir für einen kleinen Spaziergang. Nur noch die Markierung im Wasser – hoffentlich ging jetzt nicht noch was schief. 

Am Wasser stand einigen Zurückkommenden die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Ich konnte meiner Vorgängerin, Emmas Schwester, zuschauen. Der Ein- und Ausstieg war nicht einfach. Es ging durch ein paar Ranken steil nach oben, sodass sie den Dummie oben angekommen erstmal zum Schütteln ablegte. Aber sie nahm selbständig wieder auf und trug ihrer Führerin zu, um dann, gerade mal einen Meter vor dem Ziel, erneut abzulegen. Oh je, oh je. Tausendmal Schade. Emma stieg an derselben Stelle wie immer ins Wasser – zwei Meter hinter dem Ufer. Beim Aussteigen war sie kurz außer Sicht und als sie wieder im Blickfeld war, stand ihr der Drang zu schütteln ins Gesicht geschrieben. Kommando wiederholen oder nicht, dachte ich aber ich riskierte es, sagte nichts und zögerlich, Schritt für Schritt kam sie die fünfundzwanzig Meter bis zu mir und gab den Dummie in die Hand. Hinter mir atmeten alle erstmal aus. Geschafft!!! Der zögerliche Retrieve kostete uns im Nachhinein zwei Punkte.

Im Anschluss trafen sich alle wieder auf dem Parkplatz zur Auswertung. Ich hatte das Gefühl, dass es nicht schlecht gelaufen war und hoffte auf eine gute Wertung. Für fünf Starter hatte es leider nicht ganz gereicht. Das kann jedem passieren, dazu braucht es nicht viel. Ich wünsch ihnen von Herzen bei der baldigen Wiederholung viel Erfolg. Emma und mir hatte es bei den ersten drei Stationen für ein Full House gereicht, was uns 78 Punkte, ein „Vorzüglich“ und sogar den ersten Platz einbrachte. Trotz meines Mitgefühls für die weniger Glücklichen konnte ich das Grinsen nun leider nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Es war ein wunderschöner, sonniger Tag und unserem Start ins Workingtestgeschehen stand nun nichts mehr im Wege.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Petra Weißhaar für die super Organisation, Detlef Henrich für das faire Richten und die stets freundliche und geduldige Beantwortung aller Fragen sowie natürlich dem Helfer, dessen Namen ich leider vergessen habe und allen anderen, die es möglich gemacht haben. Es war ein toller Tag mit wirklich angenehmer Atmosphäre an den ich sicher oft gerne zurückdenken werde. 
(Norbert Wolf mit CrossSearcher Bluebell „Emma“)