Berichte

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Jagdliche Anlagensichtung am 13.09.2020 in Pfaffenweiler

Jagdliche Anlagensichtung am 13.09.2020 in Pfaffenweiler


Total neugierig auf meine erste JAS machte ich mich frühmorgens mit meiner 13 Monate alten Chessie-Hündin Jeany (Sea´nLand Jelly Bean) auf den Weg nach Pfaffenweiler.
Angekommen am Treffpunkt an einer schönen Jagdhütte wurden wir sehr freundlich von der Sonderleiterin Uschi Striffler in Empfang genommen und konnten die Richter sowie alle anderen Teilnehmer kennen lernen. Es stellte sich heraus, dass neben meiner Hündin noch drei Labbis sowie ein Golden Retriever an der Sichtung teilnahmen. Nachdem alle erforderlichen Papiere gesichtet und die Starplätze vergeben waren, folgte die offizielle Begrüßung durch Günter Walkemeyer.
Danach ging es auch schon ins Gelände und meine Anspannung stieg. Noch vor der ersten Aufgabe wurden durch die Richter die erforderliche Chipkontrolle sowie die Überprüfung des Zahnstatus vorgenommen. Jeany hat ihre Ungeduld vorbildlich bezähmt und ließ die Prozedur gelassen über sich ergehen. Da wir, aufgrund der Läufigkeit von Jeany bei jeder Aufgabe als letzter Teilnehmer am Start waren, vergingen mir dann schier endlose Minuten bis es dann endlich mit der ersten Aufgabe „Verlorensuche Wald“ losging. Hier galt es, in einem unwegsamen Waldgelände ein Haarwild sowie ein Federwild zu suchen und dem Führer zu bringen. Auch ein Graben sowie sehr viele dornige Hecken waren für unsere Hunde keine Hindernisse und so brachten alle Vierbeiner mehr oder weniger „freudig“ das Wild zurück.
Nach jeder Aufgabe wurde mit den Richtern und allen Teilnehmern die einzelnen Hunde nach folgenden Kriterien (sofern bei der Aufgabe erkennbar) beurteilt: Arbeitseifer, Finderwille, Selbstständigkeit, Nasengebrauch, Arbeitsruhe, Führigkeit, körperliche Härte, Spurwille, Wasserfreude, Konzentration und Einschätzung der Entfernung. Diese Art des offenen Richtens war für mich neu und hoch interessant und so konnte ich viele neue Erkenntnisse mit nach Hause nehmen. Es muss hier noch erwähnt werden, dass die Richter stets die positiven Anlagen im Beurteilungsgespräch hervorhoben, so dass jeder Hundeführer nach der absolvierten Aufgabe stolz auf seinen Jagdbegleiter war.
Und so ging es ohne große Unterbrechung an die nächste Aufgabe „Markierung“. Hier wurde ein Federwild sichtbar für den Hund in einer Entfernung von ca. 30 m in einen niederen Bewuchs als Markierung geworfen. Nach Freigabe durch den Richter wurde der Hund geschickt. Dieses Mal konnten wir aus sicherer Entfernung die Arbeit aller Hunde beobachten. Jeany arbeitete auch diese Aufgabe mustergültig und auch alle anderen Hunde brachten das Federwild brav zum Führer, so dass die anschließende Manöverkritik dementsprechend positiv ausfiel.
Nach einem kurzen Standortwechsel im Revier erwartete uns auch schon die nächste Herausforderung – „Verlorensuche Feld“. Auf einem großen Feld galt es nun wieder ein Feder- und ein Haarwild zu suchen. Viele Gerüche forderten den Einsatz der feinen Nasen unserer Hunde. Gleichzeitig wurde bei dieser Aufgabe zum ersten Mal heute die Schussfestigkeit überprüft. Auch hier gab es bei den Richtern bis auf Kleinigkeiten keine größeren Beanstandungen.
Die vierte Aufgabe, die nun folgte, war die „Schleppspur“. Hier wurde vor allem der Spurwille unserer vierbeinigen Begleiter überprüft. Es war wunderschön anzuschauen, wie unsere Hunde souverän die Schleppspur mit verschiedenen Geländeübergängen ausarbeiteten und das Haarwild meist freudig zu uns trugen.
Als Abschluss der Prüfung ging es an die „Wasserarbeit“. Auf der gegenüberliegenden Uferseite wurde eine Ente auf die Wasseroberfläche geworfen. Kurz davor fiel noch ein Schuss mit der Schrotflinte. Alle Hunde gingen mit Freude ins Wasser und brachten die Enten zurück. Jeany wollte hier ihrer großen Wasserfreude nochmal Ausdruck verleihen und drehte voll Begeisterung noch eine Ehrenrunde im Wasser, bevor sie mir wiederum brav das Wild brachte.
Zu diesem Zeitpunkt freuten sich schon alle Teilnehmer über die bestandene JAS und wir fuhren gut gelaunt, aber müde, nach einem langen Tag zur Jagdhütte zurück, wo wir dann unsere Urkunden überreicht bekamen.
Ganz lieben Dank im Namen aller Teilnehmer an die Richter Günter Walkemeyer, Andrea Heinzelmann und Eberhardt Luick für die tollen und schönen Beurteilungen unserer Hunde sowie die unendliche Zeit, die sie sich genommen haben, um uns alles so ausführlich und verständlich zu erklären. Ein weiteres Dankeschön gilt natürlich der Sonderleiterin Uschi Striffler für die tolle und perfekte Organisation der Veranstaltung, sowie Eric Bieber, der den ganzen Tag als Helfer dem Richterteam zur Verfügung stand.
Ein großes Dankeschön an Bruno Imhof für die Bereitstellung des Reviers. Ohne ihn wäre die Durchführung solch einer Veranstaltung schlichtweg unmöglich!
Zu guter Letzt möchte ich mich bei meiner genialen Begleiterin Jeany bedanken, die ihre erste jagdliche Prüfung so bravourös gemeistert hat und last but not least bei Claudia Breitgoff, die diesen tollen Hund gezüchtet und mir anvertraut hat.
(Bernhard Rebhan mit Sea´nLand Jelly Bean)